Texel eine bekannte Insel der Niederlande und liegt in Nordholland. Bevor es losgeht, noch ein paar Worte zur Begriffsklärung zu Holland und Niederlanden. Mich hat das Ganze immer irritiert, aber es ist eigentlich ganz einfach: Nord- und Südholland sind die einzigen beiden Provizen, welche Holland im Namen tragen, die restlichen zehn Provizen (insgesamt gibt es zwölf) heissen anders und alle zusammen bilden die Niederlande. Soweit, so einfach.

Und nun zu Texel, dem nördlichen Gebiet der Proviz Nordholland, auf welcher wir für eine Woche zu Gast waren. Was haben wir gemacht, was hat uns beeindruckt und überrascht.
Texel ist eine wunderschöne Urlaubsinsel, auf welcher wir wie auch zahlreiche Touristen aus den Niederlanden, Deutschland und auch Italien zur gleichen Zeit Urlaub gemacht haben. Natürlich waren auch noch andere Nationen vertreten, aber prominent waren diese nicht aufgefallen. Texel ist nicht so gross, aber dennoch gross genug, dass es einem eine Woche lang nicht langweilig wird. Auf jeden Fall, wenn das Wetter mitspielt wie dies bei uns der Fall war. Traumhaft war es, fast ein bisschen warm, aber eine Hitzwelle mit maximal 27 Grad ist gut erträglich. Hier ein kleiner Einschub, was uns überrascht hat. Nämlich, dass es auf der Insel zwar zahlreiche Spielplätze gab, aber keine schattigen Bänke oder auch nur Orte, bei denen man von der Sonne geschützt warten oder natürlich spielen konnte.

Was es aber gab und zwar zahlreich waren Fahräder, Fahrradstellplätze, Fahrradwege und Menschen, welche sich auf Fahrrädern fortbewegten. Und zwar deutlich mehr als Autos und ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass es mehr Fahrräder als Schaffe auf der Insel gab.

Auch wir fuhren Rad und zwar ausgiebig, fast jeden Tag und lange Strecken. Die Landschaft war bezauberend, die Radwege auch und es machte einfach mächtig Spass, durch die Dünen zu sausen oder auf einem Damm entlang zu radeln und dabei Schaffe auf der einen und das Meer auf der anderen im Blick zu haben. Bezauberend! Auch hier noch ein kleiner überraschender Einwand: Niederländer und auch die deutschen Touristen:innen, welche mutmasslich auch geradelt sind, tragen keine Helme oder fast keine. Nur manchmal erblickt man ein Kind mit Helm. Aber nur manchmal. Gemäss einer Blitzrecherche ist das Helmtragen kulturell nicht verankert (was für ein Argument) und die Rad-Infrastruktur ist so gut, dass ein Helmtragen als überflüssig angesehen wird. Und die Unfallstatistik bestätigt es, es gibt nicht mehr schwere fahrradbedingte Kopfverletzungen als in anderen Ländern. Wenn man ein bisschen herauszoomt, kann man folgendes ableiten: Niederländer:innen nehmen den Staat für ihre Sicherheit in die Verantwortung, wir Schweizer:innen das Individdum. Das ist zugebenen etwas verkürzt argmumentiert, aber es trifft schon auch einen wahren Kern, wenn wir an Diskussionen um neue Velowege oder Tempo-30-Bereiche nachdenken. Zurück zu unseren Aktivitäten: wir radelten viel und ausgiebig, erkundeten dabei das Wahrzeichen von Texel, den Leuchtturm, natürlich den Strand, ein Erlebnisbauernhof, bei dem Lämmer geknufeltet werden konnten (knufelen heisst kuscheln, mega schönes Wort, man versteht sofort, was damit gemeint ist), ein Museum mit Roben, Seehunden, Fischen und Muscheln (einfach, alles, was das Wattenmehr hergibt ) und einen Flugplatz, bei dem wir einen Erlebnisflug gebucht hatten.

In 45 Minuten flogen wir die gesamte Insel ab, inklusive der Nachbarsinsel Vlieland, auf welcher die Nato mit Panzern trainiert (es hat dort aber auch Radwege und Campingplätze, also touristische und militärische Nutzung). Es war der erste Flug von Mara und sie hat es gut gemeistert, ja sogar genossen.
Auch ja, bevor ich es vergesse, wir fuhren auch noch zu einem Bootssteg, bei dem wir einen Robenauskunftsfahrt unternahmen. Wir fuhren also mit dem Schiff nahe an eine Sandbank, auf der Roben lebten , sich sonnten, über die Sandbank krochen, bzw. robbten und ins Wasser abtauchten.

Insgesamt hat uns die Insel mega gut gefallen und wir kommen wieder keine Frage.
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